RWTH Master in Redevelopment
10. Mai 2012–23. März 2013
Aachen | € 12.250 –
Kunibert Wachten
Univ.-Prof. Dipl.-Ing.
Der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft bewirkt, dass mehr Flächen und Gebäude frei werden als herkömmlich entwickelt und verwertet werden können. Dass ehemalige Industrieareale oder Bahn- und Militärflächen teils mitten in den Städten über lange Zeit leer stehen, ist mittlerweile ein gewohntes Bild. Weniger vertraut ist der zunehmende Leerstand von Dörfern, der in einigen Regionen zu einer drängenden Problematik wird. Zudem werden wir uns darauf einstellen müssen, dass in den Innenstädten das Bild durch leer stehende, traditionsreiche Kaufhäuser geprägt wird. Neue Strategien und Konzepte sind gefragt, um mit diesen Immobilien und Flächen sinnvoll und wirtschaftlich umzugehen.
Diese Herausforderung hat die RWTH Aachen erkannt. In Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Praktikern aus den großen Liegenschaftsunternehmen in NRW, RAG Montan Immobilien GmbH, NRW.Urban und RWE Power AG, wurde ein Programm entwickelt, mit dem Sie sich in einem Jahr zum Master in Redevelopment weiterbilden können. Sie können sich entscheiden für die Vertiefungen Bestands- oder Flächenentwicklung. Dozenten aus Wissenschaft und Praxis vermitteln Ihnen die Methodik, ihr Wissen und ihre Erfahrung im Umgang mit hochkomplexen, teilweise politisch brisanten Projekten im Spannungsfeld der Stadt- und Landschaftsentwicklung.
Beratung

- Martina Knoblauch
- Geschäftsfeldleiterin Architektur & Bauingenieurwesen
- +49 241 80 27610
- Send Email
Grusswort
Demographische und gesellschaftliche Veränderungen haben zu einer neuen Anziehungskraft der
Städte, insbesondere der Innenstädte geführt. Ob sie in Regionen liegen, die wachsen, stagnieren
oder schrumpfen, gilt dies gleichermaßen. Die Städte stehen vor der Herausforderung in ihrem Inneren
zu wachsen. Die „Reserven“ für dieses Wachstum liegen im innerstädtischen Bestand von
Gebäuden und Flächen.
Einem umfassenden „Redevelopment“ von der Wiedernutzung leer stehender Gebäude, der
Entwicklung innerstädtischer Brachflächen bis hin zur Entwicklung bisheriger „Schattenlagen“
kommt deshalb eine große Bedeutung zu. Brach gefallenen Flächen und Gebäuden gilt es, mit
einem überschaubaren investiven und technischen Aufwand und einem stadtverträglichen und
bestandsadäquaten Nachnutzungskonzept eine „zweite Zukunft“ zu geben.
Die derzeitigen Initiativen der nationalen Stadtentwicklungspolitik – zum Beispiel mit dem Sonderprogramm
„Innovationen für die Innenstädte“ – unterstreichen, dass die Um- und Nachnutzungen
leer stehender Gebäude und brach gefallener Areale ein unverzichtbares Entwicklungspotential
darstellen, wenn die Städte in ihrem Inneren und nicht an ihren Rändern wachsen sollen.
Oftmals gibt es für die „zweite Zukunft“ keine nahe liegende wirtschaftliche Perspektive. Denn der
wirtschaftliche Wandel hat in vielen Städten und Regionen mehr Flächen und Gebäude frei werden
lassen und zum Leerstand geführt, als herkömmlich entwickelt und verwertet werden können. Das
„Redevelopment“ muss sich dann auf Zwischenlösungen konzentrieren.
So oder so sind dies keine leichten Aufgaben. Denn Stadtentwicklung im Bestand berührt immer
divergierende Interessen, muss Standardwege infrage stellen, sich auf langwierige und aufwändige
Prozesse einlassen und verlangt erhöhte Sorgfalt, Umsicht und Kreativität. „Redevelopment“ gilt
deshalb auch als „Königsdisziplin“ der Immobilienentwicklung.
Diese Herausforderung hat die RWTH Aachen erkannt. In Zusammenarbeit mit den großen Liegenschaftsunternehmen
in Nordrhein-Westfalen wurde ein Programm entwickelt, das den umfassenden
Anforderungen gerecht werden soll. So entstand ein interdisziplinäres Curriculum, das wissenschaftliche
Fundierung und einen hohen Praxisbezug aufweist.
Herzlichst Ihr
Prof. Kunibert Wachten
LERNZIELE
“Redevelopment / Design and Management” ist ein marktgerechtes, interdisziplinäres und inhaltlich
zugespitztes Studienprogramm zur Vermittlung von Spezial- und Führungswissen und Koordinierungskompetenz
im Bereich Redevelopment. Die Teilnehmer erwerben die wichtigen Grundlagen und
Methoden, um Redevelopment-Projekte wirtschaftlich erfolgreich zu entwickeln und durchzuführen.
Der Masterstudiengang vermittelt Ihnen die dafür erforderlichen Theorien, die wichtigsten Praktiken,
die notwendigen Werkzeuge, interessante Kontakte und das sichere Rüstzeug. Sie erwerben das
theoretische und praktische Wissen im Redevelopment auf dem höchsten akademischen Niveau.
Nach einem ersten theoretischen Einstieg in die Geschichte der Stadtentwicklung und die Theorie des
Redevelopments lernen Sie in neun Modulen erfolgreiche und aktuelle Redevelopment-Projekte aus
Deutschland kennen.
PRAXISBEZUG
Die besondere Qualität des Weiterbildungsstudiengangs entsteht einerseits durch Verknüpfungen
mit aktuellen Forschungsprojekten zum Themenfeld der Bestands- und Flächenentwicklung und andererseits
durch die ausgeprägte Praxisnähe, die durch die Kooperation mit den Partnern aus Industrie
und Wirtschaft garantiert wird. Die Lehrmodule beider Studiengänge werden von Vorträgen und
Diskussionsrunden begleitet, die den Bezug zu aktuellen Problemstellungen und Strategien herstellen.
ABSCHLUSSQUALIFIKATION
Nach erfolgreichem Abschluss wird den Absolventen von der Fakultät Architektur der Rheinisch-
Westfälischen Technischen Hochschule Aachen der akademische Grad “Master in Redevelopment”
verliehen.
ZIELGRUPPE
Architekten, Ingenieure, Landschafts-, Raum- oder Stadtplaner, Wirtschaftswissenschaftler und
Geographen
ZUGANGSVORAUSSETZUNGEN
Ein anerkannter Abschluss als Diplomingenieur oder Master an einer Universität in
Landschaftsarchitektur, Architektur, Stadt- und Raumplanung, Bauingenieurwesen, Geographie/
Wirtschaftsgeographie, für das Angebot Bestandsentwicklung auch in Wirtschaftswissenschaften
• Der Nachweis mindestens zweijähriger berufspraktischer Erfahrungen in den o.g. Disziplinen
• Sehr gute Deutschkenntnisse
AKKREDITIERUNG
Der berufsbegleitende postgraduale Masterstudiengang “Redevelopment / Design und Management”
ist seit 2007 durch die Akkreditierungsagentur ACQUIN akkreditiert.
Zur Qualitätssicherung und Optimierung des Programms wird jede Veranstaltung evaluiert. Die Ergebnisse
fließen in eine jahrgangsübergreifende Gesamtbewertung ein. Daraus abgeleitete Maßnahmen
werden direkt umgesetzt.
ANERKENNUNG BEI DER AKNW
In das Studienprogramm integriert sind folgende Zertifikatskurse, die von der AKNW anerkannt sind:
Anerkennung als Weiterbildung für Absolventen:
“Rechtliche und immobilienwirtschaftliche Grundlagen” (1. Semester) 54 Unterrichtsstunden
Anerkennung als Fortbildung:
“Immobilienwirtschaftliche Vertiefung der Redevelopment-Projektentwicklung”
(2. Semester: Vertiefungsrichtung Bestandsentwicklung) 68 Unterrichtsstunden
“Flächenentwicklung von Redevelopment-Projekten”
(2. Semester: Vertiefungsrichtung Flächenentwicklung) 63 Unterrichtsstunden
STUDIENGEBÜHREN
Für die Teilnahme fallen 12.250,- € einschließlich der Semestergebühren der RWTH Aachen an.
Das Programm ist mehrwertsteuerbefreit.
LEISTUNGEN
Inbegriffen sind eine umfangreiche Kursdokumentation, eine umfassende inhaltliche und persönliche
Betreuung sowie Pausenerfrischungen und Abendveranstaltungen. Als eingeschriebene Studierende
der RWTH Aachen erhalten die Teilnehmer das NRW Ticket der Deutschen Bahn.
Die Teilnehmer am Studiengang können kostenlos an den begleitenden Veranstaltungen wie Dycker
Gespräch und Exkursion teilnehmen. Rabatte auf weitere Angebote aus dem Bereich Architektur und
Bau sind möglich.
Die Nutzung der Bibliotheken der RWTH Aachen und der Lehrstühle, das Angebot des Hochschulsportzentrums
und des Rechenzentrums (WLAN, Softwareportal, etc.) ist ebenfalls kostenlos möglich.
Nicht inbegriffen sind die Kosten für Literatur, Übernachtungen sowie An- und Abreise.
Bei Masterkursen ist die Stornierung bei Eingang bis zwei Monate vor Beginn des Kurses kostenfrei.
Bei späterem Storno bis zu vier Wochen vor Veranstaltungsbeginn sind 50% der Kursgebühren zu
bezahlen, im Falle einer Stornierung nach diesem Zeitpunkt werden 100% der Kursgebühren fällig.
STIPENDIEN
Es besteht die Möglichkeit, sich auf ein Teilstipendium zu bewerben. Bei Fragen hierzu sprechen Sie
uns bitte an.
FINANZIERUNG
Es gibt zahlreiche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, die Teilnehmer an berufsbegleitender
Weiterbildung in Anspruch nehmen können. Eine Auswahl haben wir für Sie auf unserer Internetseite
zusammengestellt.
In jedem Jahrgang stehen verschiedene Studienprojekte zur Auswahl, die von den Studierenden im Laufe Ihres Studienjahrs bearbeitet werden.
Projekte 2011
Projektstandort Kokerei Zollverein, Essen HD-Anlage & Feinreinigung
Die Kokerei Zollverein in Essen ist gemeinsam mit der benachbarten Zeche seit 2001 UNESCO Weltkulturerbe.
Die Kokerei wurde in den Jahren 1957 bis 1961 in Anbindung an die Zentralschachtanlage Zollverein
XII errichtet und war von 1961 bis 1993 aktiv. Zu dieser Zeit galt sie als die modernste Kokerei Europas.
Die Gestaltung der Kokerei übernahm ebenso wie bei Schacht XII Fritz Schupp. Zwischenzeitlich waren
bis zu tausend Menschen beschäftigt, jedoch wurde die Anlage aufgrund der Stahlkrise in den 1990er
Jahren und der damit fallenden Koksnachfrage am 30. Juni 1993 stillgelegt. Der Standort ist heute ein
Zentrum für Kultur und Kreativwirtschaft mit Schwerpunkt auf Design und Architektur. Für diesen beiden denkmalgeschützten Gebäude des Zollverein-Ensembles gilt es neue Nutzungen zu finden.
Dabei geht vorrangig um neue Arbeitswelten in besonderer Umgebung. Die beiden Spezialimmobilien
müssen für eine neue zeitgemäße Nutzung umgebaut werden. Wichtig dabei ist ebenso die Gebäude in Nutzerfreundliche Einheiten flexibel unterteilen zu können. Die Herausforderung ist es, die historische
Substanz und die technischen Anlangen soweit wie möglich zu erhalten um den Charakter des Standorts
zu bewahren.
Projektstandort Ehem. Güterbahnhof Köln-Ehrenfeld
Der Kölner Stadtteil Ehrenfeld ist geprägt vom Nebeneinander von Wohn- und Gewerbeflächen. Seit mehreren
Jahren ist jedoch die Gewerbetätigkeit rückgängig und frei werdende Räume werden zunehmend
neu genutzt, besonders durch die „Kreative Klasse“. Viele kleine und mittelständische Unternehmen aus
dem Unterhaltungsbereich, aus Design und Architektur haben sich in ehemaligen Produktionsstätten
„eingenistet“. Häufig wohnt man unmittelbar am oder so gar im Arbeitsplatz. Damit einher entsteht eine
entsprechende Infrastruktur: Gastronomie, Einzelhandel etc. Das Quartier befindet sich im Wandel, es
wird bereits von der „Marke Ehrenfeld“ gesprochen.
Die Aufgabe besteht darin, eine Nutzungskonzeption und eine städtebauliche Struktur für den Ort zu
entwickeln. Ziel ist ein dichtes, multifunktionales Quartier, in dem Wohnen und Arbeiten miteinander
kombiniert werden. Wichtige Fragestellungen sind der Umgang mit den Lärmemissionen der Bahn, die Art
der Erschließung des fast gänzlich von Bahntrasse und bestehender Bebauung umschlossen Grundstück
und einer Phasierung der Gesamtentwicklung.
Das Anmeldeformular für das Studienjahr 2012 können Sie hier herunterladen.
Anmeldeschluss ist der 15. Februar 2012.
Ihre ausgefüllte Anmeldung senden Sie bitte an die
RWTH International Academy
Kackertstraße 10
52072 Aachen
oder per Fax an + 49 (0) 241 / 80 925 25